Tipps für den ersten Triathlon

Wer erfolgreich an einem Triathlon teilnehmen möchte, sollte nicht nur gut trainiert sein, sondern auch alles Notwendige dabei haben. Wie ein Triathlon für Schüler/Jugendliche typischerweise abläuft und was es dabei zu beachten gibt, erfährst du hier.

Wer eigentlich schon alles weiß und nur noch eine Packliste benötigt, findet hier ein pdf Dokument zum Ausdrucken, Ausfüllen und Abhaken: ChecklisteSchueler.pdf
(Für Athleten im Nachwuchscup gibt es eine etwas umfangreichere Liste: ChecklisteJugend.pdf)

Das passiert am Wettkampftag vor dem Start:

Anfahrt

Erinnere deine Eltern daran, sich auf der Webseite des Veranstalters die genaue Adresse des Veranstaltungsortes und die Anfahrtshinweise durchzulesen. Da für den Wettkampf meist Straßen gesperrt werden, muss man oft einen Umweg fahren.

Du solltest mindestens eine Stunde vor dem Start am Veranstaltungsort sein.

Startunterlagen abholen

Als erstes solltest du deine Startunterlagen abholen. Normalerweise wird das dein Trainer für dich oder mit dir erledigen. Solltest du einmal unbetreut auf einem Wettkampf sein, bekommst du die Unterlagen an einem Stand, der meist mit “Anmeldung” oder “Info” beschriftet ist. Typischerweise bekommst du einen großen Umschlag, in dem deine Startnummer, ein Aufkleber für das Fahrrad und ein Zeitmessschip enthalten sind. Manchmal wird dir bereits bei der Abholung der Unterlagen deine Startnummer mit einem Filzstift auf den Oberarm geschrieben.

Wechselzone einrichten

Nun solltest du die Rahmennummer auf dein Fahrrad kleben, die Startnummer an dem Startnummernband befestigen und umschnallen, den Zeitmesschip anlegen (je nach System am Fuß- oder Handgelenk) und die Laufschuhe anziehen.

Wenn du kein Rennrad hast, solltest du bei deinem Fahrrad nun den Gang einlegen, mit dem du am besten losfahren kannst, also weder den schwersten, noch den leichtesten. Wenn du schon mit einem Rennrad startest, wird spätestens ab der Altersklasse Schüler B beim Eingang in die Wechselzone die Abrolllauflänge kontrolliert. Dazu muss der schwerste Gang eingestellt werden.

Dann gehst du mit deinem Fahrrad, dem Helm, Radbrille und ggf. T-Shirt (Erklärung folgt weiter unten) zum Eingang der Wechselzone. Dort werden Helm und Fahrrad von den Wettkampfrichtern überprüft. Erst wenn alles in Ordnung ist, wirst du durchgelassen. Achtung: Deine Eltern dürfen die Wechselzone nicht betreten, du musst also die Wechselzone alleine herrichten. Du darfst aber später noch einmal zurückkehren, wenn du etwas vergessen haben solltest.

  • Wenn die Wettkampfrichter zum Messen der Abrolllauflänge in den höchsten Gang geschaltet haben, musst du nun wieder den richtigen Gang zum Losfahren einlegen. Wenn du das noch nie vorher im Stehen gemacht hast, solltest du das mal zu Hause ausprobieren: Immer einen Gang schalten, dann das Fahrrad hinten etwas anheben und die Pedale drehen, bis die Kette auf das richtige Kettenblatt gesprungen ist.
  • Wenn du einen Tacho an deinem Fahrrad hast, solltest du die Tageskilometeranzeige jetzt auf Null stellen, dann siehst du beim Radfahren, wie weit du bist.
  • Nun musst du das Fahrrad an den richtigen Platz abstellen. Meistens ist für deine Altersklasse ein bestimmter Bereich vorgesehen, manchmal gibt es einen festgelegten Platz für deine Startnummer. Frag die Helfer, wo du richtig stehst.
  • Stelle deine Laufschuhe so vor/neben das Fahrrad, dass sie niemandem im Weg sind, du aber möglichst schnell hineinschlüpfen kannst. Das Startnummernband mit Startnummer und den Helm (mit geöffneten Kinnriemen) legst du daneben. Wenn du eine Brille tragen möchtest, legst du sie am besten in den Helm, sonst tritt noch jemand drauf. Wenn du keinen Einteiler hast und ein T-Shirt anziehen musst, legst du das am besten auf dein Fahrrad.
  • Wenn alles bereit ist, solltest du dir die Wechselzone genau angucken und die Wege probehalber ablaufen, damit du im Wettkampf alles schnell findest: Wo kommst du vom Schwimmen? Wohin geht es zur Radstrecke? Wo geht es später zur Laufstrecke? Wenn du dir nicht sicher bist, frag die Helfer (oder deine Trainer) und versuche dir gut einzuprägen, wo dein Rad steht.

Wettkampfstrecke einprägen

Lass dir die Wettkampfstrecke zeigen. Wenn du nicht die ganze Strecke einsehen kannst, gibt es fast immer Streckenpläne. Versuch dir möglichst genau einzuprägen, wo es lang geht. Wichtig ist auch zu wissen, ob du womöglich mehrere Runden laufen oder fahren musst und ob es Wendepunkte gibt.

Aufwärmen

Mach dich rechtzeitig vor dem Start warm. Gut geeignet sind u.a. die Übungen des Lauf-ABCs. Bei kühlem Wetter solltest du bis kurz vor dem Start noch etwas Warmes anziehen. Da deine Laufschuhe dann schon in der Wechselzone stehen, empfehlen sich auch Badelatschen zum Schutz vor Kälte, Hitze und Wespenstichen.

Wettkampfbesprechung

Kurz vor dem Start gibt es noch eine offizielle Wettkampfbesprechung, in der der Ablauf noch einmal erklärt wird. Hier erfährst du auch, ob es eine Schwimmbahneinteilung gibt und wenn ja, auf welcher Schwimmbahn du startest. Spätestens im Anschluss an die Wettkampfbesprechung wird dir deine Startnummer auf den Oberarm geschrieben.

So sollte der Wettkampf ablaufen:

Schwimmen:

Bevor du ins Wasser darfst, musst du dich an der dir zugewiesenen Bahn einfinden. Ein Kampfrichter wird deine Startnummer aufschreiben und dir eine Badekappe zuteilen. Bei Schwimmbädern mit Schwimmbahnen wird im Wasser gestartet. Du gehst also schon vor dem Startsignal ins Wasser. Wenn noch Zeit ist, solltest du dich ruhig ein wenig einschwimmen. Zum Start müssen sich alle Teilnehmer mit einer Hand am Beckenrand festhalten. Du wirst fast immer mit mehren anderen auf einer Bahn starten. Oft ist das ganz schön eng und kann auf den ersten Metern ein ziemliches Gedränge geben. Wenn du Angst davor hast, kannst du auch die anderen auf deiner Bahn fragen, wie und wie schnell sie schwimmen um abzuschätzen, ob du dich gleich beim Startsignal ins Gewühl stürzen solltest, oder ob du lieber eine Sekunde warten und dann im Fahrwasser der anderen mitschwimmen willst. Nach ein paar Metern sollten idealerweise alle am jeweils rechten Rand der Bahn schwimmen, aber du kannst dich nicht darauf verlassen, also halt die Augen offen, damit du nicht frontal mit jemandem zusammenstößt. Ganz wichtig ist, dass du dir merkst, wieviele Bahnen du schwimmen musst und sie auch zählst. Am Beckenrand steht jemand, der für dich zählen und dir eigentlich anzeigen soll, wenn du fertig bist, aber das klappt nicht immer. Also zähl selbst! Wenn du fertig bist, klettere aus dem Becken (oft wird dir geholfen), nimm Schwimmbrille und Badekappe ab und lass die Badekappe (wenn es nicht deine eigene ist) am Beckenrand liegen. Die Schwimmbrille nimmst du mit. Dann ab in die Wechselzone zu deinem Fahrrad!

Wechsel vom Schwimmen zum Radfahren

Als erstes legst du deine Schwimmbrille und gegebenenfalls deine Badekappe neben dein Fahrrad, möglichst so, dass niemand drauftritt. Wenn du noch einen nackten Oberkörper hast, musst du nun dein T-Shirt anziehen, dann Startnummer, Schuhe, Radbrille und Helm. Welche Reihenfolge für dich am schnellsten geht, probierst du am besten zu Hause aus. Die Startnummer muss beim Radfahren nach hinten zeigen. Ganz wichtig ist, dass du den Helm richtig schließt, bevor du das Rad aus dem Ständer nimmst. Dann schiebst du das Rad durch die Wechselzone. Du darfst hier noch nicht fahren! Kurz hinter dem Ausgang aus der Wechselzone gibt es dann eine Markierung auf dem Boden, die anzeigt, dass du dort aufsteigen darfst. Da stehen aber auch immer Helfer bereit, die dir das zurufen. Dann rauf aufs Rad und los! (Aber pass auf die anderen Teilnehmer auf, manche brauchen vielleicht länger als du denkst zum Aufsteigen.)

Radfahren

Nun solltest du fahren, was das Zeug hält, aber natürlich ohne ein Risiko für dich oder andere einzugehen. Vorsicht ist vor allem beim Überholen und an Engstellen oder Wendepunkten geboten. Sei fair und fahre am rechten Rand, wenn du nicht gerade selbst überholst. Bei den Schülerwettkämpfen ist das Windschattenfahren verboten. Sicher wird das nicht so eng kontrolliert wie bei den Erwachsenen, aber du musst auch nicht gerade dauerhaft am Hinterrad eines anderen kleben oder neben einem anderen herfahren.

Wechsel vom Radfahren zum Laufen

Wenn du dich wieder der Wechselzone näherst, musst du abbremsen, denn wieder gibt es eine Markierung (und Helfer, die dich darauf hinweisen), hinter der du dein Fahrrad schieben musst. Pass wieder besonders gut auf die anderen Teilnehmer auf, damit ihr nicht zusammenstoßt. Nun schiebst du dein Rad in die Wechselzone bis zu deinem Platz und stellst es in den Ständer. Erst jetzt darfst du den Helm öffnen und absetzen. Dann los zur Laufrunde!

Laufen

Jetzt gibt es nicht mehr viel zu bedenken. Dreh die Startnummer nach vorne und flitz los, aber teil dir deine Kräfte so ein, dass du bis zum Ziel durchhältst. Guck nicht nach hinten, das kostet nur Zeit, besonders nicht auf dem Zielsprint. Meist ist das Ziel durch einen Bogen markiert. Lauf bis zum Ende durch.

Im Ziel

Super, du hast es geschafft! Wirf dich nicht auf den Boden (auch wenn du meinst, keinen Schritt mehr zu können), sondern gehe ruhig auf und ab und nimm dir von den Getränken und dem Obst. Wenn du genug gegessen und getrunken hast, kannst du den Zielbereich jederzeit verlassen und dir von deinen Eltern, Trainern und Freunden gratulieren lassen. Manchmal wird dir der Zeitmesschip schon im Zielbereich abgenommen, anderenfalls musst du ihn vermutlich bei der Anmeldung abgeben. Die Startnummer auf dem Oberarm bleibt dir aber erhalten und wenn du dich nicht allzu oft wäschst, kannst du beim nächsten Schulsport damit Aufsehen erregen ;-)

Auschecken

Wenn du wieder einigermaßen frisch bist, solltest du dein Rad aus der Wechselzone holen. Das musst du persönlich machen und dabei deine Startnummer vorweisen. Nimm natürlich auch alles andere mit, was von dir noch in der Wechselzone liegt.

Siegerehrung

Auch wenn du nicht der Gewinner bist, solltest du nach Möglichkeit bis zur Siegerehrung bleiben. Zum einen werden im Schülerbereich manchmal auch mehr als drei Sieger geehrt, zum anderen ist es für die Sieger netter, wenn sie auch Zuschauer haben. Irgendwann stehst du bestimmt auch einmal auf dem Siegertreppchen und freust dich über Applaus.

Das solltest du mitbringen:

Fürs Schwimmen

  • Wenn du bereits einen Einteiler besitzt, wäre das optimal, denn mit ihm kann man bequem alle drei Disziplinen absolvieren und muss sich nach dem Schwimmen nichts überziehen. Für den Anfang genügt aber auch eine Badehose bzw. ein Badeanzug.
  • Deine Schwimmbrille.
  • Nach Belieben eine Badekappe. Beim Schwimmen auf abgetrennten Bahnen (im Gegensatz zu See oder Kanal) wird dir meist eine farbige Badekappe gestellt, damit die Wettkampfrichter die Schwimmer auseinanderhalten und die Bahnen zählen können. Diese Badekappe musst du nach dem Schwimmen am Beckenrand zurücklassen.

Für den Wechsel aufs Rad

  • Beim Radfahren und Laufen muss der Oberkörper bedeckt sein. Wenn du nur mit einer Badehose geschwommen bist, musst du dir nach dem Schwimmen also ein T-Shirt (oder Ähnliches) überziehen. Mädchen können im Badeanzug bleiben. Probier zu Hause aus, welches Shirt du am schnellsten anziehen kannst, wenn du nass bist, denn zum Abtrocknen bleibt keine Zeit.
  • Deine Laufschuhe. Damit du sie möglichst schnell anziehen kannst, solltest du keine Schleife binden müssen. Wenn die Schuhe nicht ohnehin Klettverschlüsse haben, empfehlen sich Gummischnürsenkel oder auch Kordelstopper. Beides bekommst du im Triathlonfachgeschäft oder im Online-Handel.
  • Ein Startnummernband. Da du die Startnummer beim Radfahren auf dem Rücken, beim Laufen aber auf dem Bauch tragen musst, wird die Startnummer am Band befestigt, das um den Bauch getragen wird und im Laufen nach vorne gedreht werden kann.

Fürs Radfahren

  • Deinen Fahrradhelm. Der sollte zu deiner eigenen Sicherheit immer unbeschädigt und gut angepasst sein. Die Wettkampfrichter kontrollieren das.
  • Nach Belieben eine Radbrille.
  • Dein Fahrrad. Kontrolliere vorher, ob es verkehrstüchtig ist, nichts schleift und die Reifen gut aufgepumpt sind. Bei Rennrädern müssen die Lenkerrohrenden mit einem Stopfen verschlossen sein. Der geht leicht einmal verloren, also überprüfe das auch noch mal. Wer als Schüler sonst gerne mit Klickpedalen fährt, sollte für den Wettkampf normale Pedale oder welche mit Körbchen montieren. Bei Rennrädern wird außerdem spätestens ab der Altersklasse Schüler B die Abrolllauflänge kontrolliert. Damit soll verhindert werden, dass sich Kinder durch das Fahren zu schwerer Gänge schädigen.

Fürs Laufen

  • Nichts weiter. Laufschuhe und Startnummernband hast du ja bereits an.

Hinweis an besorgte Eltern

Beim Triathlon steigen die Kinder ohne sich abzutrocken aufs Rad. Viele Eltern machen sich Sorgen, dass sich ihr Kind dabei erkälten könnte. Wir können natürlich keine Garantie übernehmen, dass das nicht geschieht, haben aber bisher keine schlechte Erfahrung gemacht: Die Kinder strengen sich so an, dass sie auch bei sehr widrigen Witterungsbedingungen warm ins Ziel kommen. Wichtig ist, dass sie bis unmittelbar vor und gleich nach dem Wettkampf etwas Warmes anziehen und mit gut aufgewärmten Muskeln starten.

Bei ganz ungemütlichem Wetter oder zu kaltem Wasser kann es sein, dass der Veranstalter einen Triathlon kurzfristig in einen Duathlon umwandelt, statt des Schwimmens also einen Lauf vor und nach dem Radfahren ansetzt. Bei sehr niedrigen Außentemperaturen sollte man also sicherheitshalber neben Einteiler/Badeanzug/Badehose auch Kleidung einpacken, die für einen Duathlon eventuell geeigneter ist.
Manchmal kommt es vor, dass der Start ganz kurzfristig einige Zeit nach hinten verschoben wird, zum Beispiel weil die Radstrecke blockiert ist. Dann kann es passieren, dass die Kinder sich schon eingeschwommen haben, das Becken aber noch einmal vor dem Start verlassen müssen. Wenn es dann auch noch kalt ist, ist es gut, wenn die Eltern ein großes Handtuch oder einen Bademantel bereit halten.